Um eine optimale Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern zu gewährleisten, setzen viele Unternehmen auf ein Intranet, also ein internes Informations- und Kommunikationssystem. Mit Workplace möchte Facebook nun auch in Unternehmen zur zentralen Kommunikations- und Informationsplattform werden. Andere externe Anbietern wie Yammer oder Asana bekommen dadurch bald gewaltige Konkurrenz.

Vor kurzem hat Facebook die baldige Veröffentlichung einer neuen Plattform für Businesskunden angekündigt. Ursprünglich mit „Facebook at work“ betitelt, hat sich Facebooks neue Business-Plattform auch noch einer umfangreichen Marken-Neugestaltung unterzogen. Im Vorfeld hatten bereits mehr als 1.000 Non-Profit-Organisationen und Firmen, darunter beispielsweise booking.com, das neue System getestet. Nun wird Workplace  für alle zugänglich gemacht -um besser organisieren, entscheiden und kommunizieren zu können.

We also announced that Workplace is available for every company to discover a new way of working. With Workplace, organizations are getting more done, making decisions faster and and empowering employees with information.PR – Workplace by Facebook, 10.10.16

Informationsmanagement mit vertrautem Interface

Vom Funktionsumfang und der Bedienung her unterscheidet sich Workplace nicht besonders von der regulären Plattform: Der Newsfeed, Messenger und weitere Kernfunktionen wie die Events bleiben erhalten. Ausgebaut wurde jedoch vor allem die Gruppenfunktion: Es lassen sich teamübergreifende Gruppen bilden, um so den Austausch zwischen Abteilungen zu vereinfachen. Falls gewünscht, sollen sogenannte „Multi-Company Groups“ sogar die Kommunikation zwischen Mitarbeitern mehrerer Firmen ermöglichen.

Auf der Facebook-Fanpage des Projekts gibt Facebook seit Anfang des Jahres detaillierte Informationen zu vielen kleinen Funktionsneuerungen und Vorteilen für Unternehmen. So gibt es beispielsweise ein erweitertes Moderationstool, spezielle Suchfilter, Gruppenanrufe und größere Dateiuploads mit bis zu 100 MB.

Facebooks Workplace

Ein Blick auf die neue Plattform (Grafik: Facebook)

Verwalten lässt sich das Ganze durch ein neuartiges Administrationsinterface, mit dem die Unternehmen ihr Netzwerk analysieren und bearbeiten können. Dort kann man beispielsweise auch die Aktivität der einzelnen Benutzer innerhalb des Unternehmens auswerten.

Monatliche Kosten pro User

Angemeldet wird extra, das System ist komplett von der regulären Plattform abgeschottet. So erhält ihr Chef keine privaten Infos über Sie. Auch werden die Daten nicht an Werbetreibende ausgeliefert. 

Die Preise sind von der Anzahl der Mitarbeiter abhängig. Für bis zu 1000 Angestellte zahlt man beispielsweise drei US-Dollar pro Nutzer und Monat. Steigt die Mitarbeiteranzahl, so reduziert sich der anteilige Preis pro Nutzer auf zwei bzw. einen Dollar. Wer das ganze einmal ausprobieren möchte, kann das System eine gewisse Zeit lang testen. Auch für Personen einer Education-Einrichtung ist die Nutzung der Plattform gratis.

Professionelles System oder nur schönes „Extra“?

Neben dem Business-Manager liefert Facebook mit Workplace eine weitere Plattform mit der sich das Unternehmen als zentrales Kommunikationsmittel im Unternehmen etablieren möchte. Die Entscheidung ob sich Workplace für Ihr Unternehmen lohnt, müssen letztlich Sie treffen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Bedienungsfreundlichkeit, gewohntes System, keine eigenen Wartungsarbeiten,… Bei der Einrichtung ist Ihnen Facebook behilflich, eine Unternehmensregistrierung erfolgt über ein Formular auf der Workplace-Website, woraufhin sich Facebook mit Ihnen in Verbindung setzt.

Wir sind gespannt, wie sich das Netzwerk weiterentwickelt und werden es sicherlich auch einmal testen. Doch alles auf Facebook verlagern wollen wir dann doch (noch) nicht.