Künstliche Intelligenzen, Roboter, selbstfahrende Autos – Technologie, die wir aus zahlreichen Science-Fiction Filmen kennen und die auch unter heutigen Gesichtspunkten noch utopisch zu sein scheinen. Utopisch? Nun ja, nicht ganz. Wir haben uns für euch mit der Frage auseinandergesetzt, welche technischen Errungenschaften in unserer jetztigen Gesellschaft bereits Fuß gefasst haben oder schon in irgendeiner Art und Weise auf dem Vormarsch sind.

Künstliche Intelligenzen – von Kubrick ins 21. Jahrhundert

Regisseur Stanley Kubrick hat es in „2001: Odyssee im Weltall“ schon vor Jahren vorausgesagt. Eines Tages versucht der Mensch die Wege der Robotik und künstlichen Intelligenzen zu ergründen. Sie sollen uns den Alltag erleichtern und Dinge vollbringen, zu denen wir nicht im Stande sind. „Lernfähig“ wie sie sind, können sie sich ständig weiterentwickeln und sich dadurch immer komplizierteren Herausforderungen stellen. Was vor Jahren noch unmöglich erschien, scheint jetzt mehr und mehr Realität zu werden. Nachdem bereits erste Roboter im klinischen Bereich oder der Gastronomie eingesetzt wurden, gelang Google erst kürzlich ein bedeutender Schritt in der Entwicklung künstlicher Intelligenzen (KI). Alpha Go heißt die neue Google Software, die im März für Aufsehen sorgte. In dem Spiel „Go“ setzte sich das System erfolgreich gegen den südkoreanischen Brettspiel-Profi Lee Sedol durch. Unter Zuhilfenahme neuronaler Netzwerke, lernte der Computer während des Spiels kontinuierlich dazu und machte die nächsten Züge quasi im Alleingang.

Auf die Gefahr hin, dass der Mensch irgendwann die Kontrolle über die von ihm geschaffene Maschine verlieren könnte, arbeiten Entwickler weltweit weiterhin daran, die Systeme zu perfektionieren und den Prozess voranzutreiben. Durch den Turing-Test wird dabei getestet, ob eine KI tatsächliche Intelligenz besitzt oder diese lediglich simuliert.

„Virtual Reality“ – Authentizität im Übermaß

Für den Menschen soll ja alles möglichst authentisch und glaubwürdig sein. Filme müssen sich echt anfühlen, Videospielwelten laden zum Abtauchen in eine andere Realität ein. Durch „Virtual Reality“ („VR“) wird die komplette Hingabe zu einem virtuellen Medienträger so greifbar wie noch nie. Mittels sogenannter VR-Brillen bekommt der Nutzer das Gefühl vermittelt, ein Teil des direkten Geschehens zu sein, quasi das Projizierte aus eigener Sicht zu erleben. Im Gaming- und Filmbereich ist die Technik mittlerweile schon fast alltäglich geworden. Wie die diesjährige E3-Convention gezeigt hat, konzipieren Spielehersteller einige ihrer Produkte speziell für dieses Einsatzfeld. Ob Ego-Shooter, Rennsimulation oder Jump-and-Run-Sequenzen, den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Aber auch abseits der Unterhaltungsbranche, geht der Trend mittlerweile in Richtung „VR“. Im medizinischen Bereich kommt die Technologie vermehrt bei der Behandlung von Phobien, Ängsten oder Phantomschmerzen zum Einsatz. Zudem bekommen angehende Mediziner die Möglichkeit, sich mittels einer Simulation gewisse Operationstechniken und Verfahrensweisen anzueignen. Ähnliches gilt beispielsweise für Piloten, die sich durch VR-Brillen auf bestimmte Manöver und Taktiken einstellen und diese zielgerichtet üben können. Bei all diesen Vorteilen darf man natürlich nicht vergessen, dass all diese gezeigten Welten nur fiktiv sind und eine Abkehr von der Realität und das Flüchten in eine künstliche Simulation ein großes Risiko darstellen kann.

Der „Minority Report“

Der Science-Fiction Thriller „Minority Report“ verfolgt innerhalb seiner Handlung eine sowohl faszinierende wie auch beängstigende Grundprämisse. Was wäre, wenn man mittels eines Algorithmus´ Verbrechen verhindern könnte, bevor diese überhaupt passieren? Klingt verrückt, doch laut dem japanischen Unternehmen Hitachi, soll genau das in den nächsten Jahren möglich sein. Hitachi arbeitet seit einiger Zeit an einem Programm, das gesammelte Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen direkt analysieren und somit Verbrechen im Umkreis von 200 Quadratkilometern voraussagen kann. „Hitachi Visualisation Predictive Crime Analystics“ (PCA) und „Hitachi Video Management Platform“ (VMP) platzieren dabei die Inhalte von verschiedenen öffentlichen Sicherheitsystemen auf geobasierte Karten und verschaffen sich dahingehend einen Überblick über die Umgebungssituation. Ein möglicher Fehler innerhalb des Algorithmus´ bzw. des Programms könnte allerdings schwerwiegende Folgen haben. Im schlimmsten Falle werden Unschuldige eines Delikts beschuldigt, dessen Auslöser sie gar nicht sind, was Missverständnisse und Komplikationen nach sich zieht. Inwiefern die Kriminalitätsrate dadurch nun letztendlich wirklich sinkt und ob das Programm wirkungsfähig ist, bleibt definitiv abzuwarten.

Man sieht also, dass sich viele filmische Elemente kaum noch von heutigen Entwicklungsergebnissen unterscheiden. Im Zeitalter der Technologie schreitet der Mensch mehr und mehr voran, erschließt immer neue Territorien und setzt sich dabei trotz aller vorhandenen Vorteile der Gefahr aus, den Überblick und die Kontrolle über den von ihm geschaffenen Fortschritt zu verlieren.