Werbung begleitet unseren Alltag ständig. Morgens fängt es mit der Zeitung an, Werbetafeln auf dem Weg zu Arbeit und selbst dort, Werbung überall. Die Folge: Meist nehmen wir Werbebotschaften nicht mehr bewusst war. Auffällige, skandalträchtige Marketingkampagnen müssen her. Umso außergewöhnlicher, umso besser. Das Stichwort heißt Guerillamarketing.

Was ist Guerillamarketing?

Mit Guerillamarketing sind Werbemaßnahmen gemeint, welche polarisieren, überraschen, verblüffen und aus dem monotonen „Werberauschen“ herausstechen und das mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand.

Wenig Input, viel Output, aber wie?

Heutzutage wird alles in Sozialen Netzwerken geteilt was außergewöhnlich und anderes ist. Hierauf bauen Guerillamarketing Kampagnen. Es wird versucht, eine möglichst überraschende Aktion zu starten, welche auffällt und Passanten dazu bewegt beispielsweise ein Foto zu machen und dieses mit ihren Freunden zu teilen. Eine gute Aktion kann sich so in windeseile durch das Internet verbreiten, ohne das dafür viel Geld investiert wurde. Hierbei spricht man von der zweiten Öffentlichkeit, also Zielgruppen welche nicht direkt vor Ort waren, sondern über das Internet und Artikel in Zeitungen von der Aktion erfahren haben.

Werben ohne Regeln?

Viele Guerillamarketing Kampagnen sind nicht legal. Auch große Konzerne beauftragen Werbeagenturen mit der Durchführung solcher nicht ganz legalen Aktionen. Wildplakatieren oder Tanz und Musik in der Öffentlichkeit sind eigentlich genehmigungspflichtig. Da man aber nicht für alles eine Genehmigung bekommt, wird auf die Anfrage meist verzichtet. Da das Ziel aber ist, möglichst überraschend und skandalös zu sein, kommt ein kleiner Schwenk in die Illegalität gerade recht. Sowas macht Presse und Presse ist gut. Außerdem ist das Risiko recht kalkulierbar. Wird man erwischt gibt es ein Bußgeld, welches in der Regel im Rahmen zwischen 5 und 1000 Euro liegt.

Wer findet die „Mustang-Jeans“

Wie es laufen kann zeigt beispielsweise die Modemarke „Mustang“. Diese haben in einer Nacht und Nebelaktion im Jahr 2010 unweit der nächsten Filiale in mehreren Städten eine „Mustang“ Jeans versteckt und Zettel in Form einer Vermisstenanzeige aufgehängt. Am nächsten Tag ist dann ein Promotionteam losgezogen und hat jedem Passanten der einen Hinweis auf den Verbleib der versteckten Jeans geben konnte, einen Gutschein geschenkt.

Der finanzielle Aufwand bei einer solchen Aktion ist extrem gering, der Output dafür umso größer. Die Leute sind positiv überrascht und nehmen eine solche Aktion viel genauer und besser wahr, wie wenn man ein teures Plakat erstellt oder die selben roten Reduziert – Aufkleber an sein Schaufenster klebt, wie sie in der ganzen Stadt zu finden sind.

Guerillamarketing kein Allheilmittel

Guerillamarketing sollte aber grundsätzlich nie alleine stehen, sondern immer Teil eines gut durchdachten Marketingmix darstellen. Einfach drauf los machen ist auch bei dieser Form der Werbung, welche eigentlich von Spontanität lebt, nicht zu empfehlen. Gerade wenn es um die rechtlichen Geschichten geht und das Risiko abgeschätzt werden muss, sollte wenn möglich ein professionelle Marketingunternehmen hinzu gezogen werden

Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Aktion

1. Mut zeigen

Wer nicht bereit ist neue Wege zu gehen, auch mal utopisch zu denken und wegen möglicher Risiken von Anfang an eine Idee fallen lässt, der kann es gleich bleiben lassen. Viele Firmen schrecken vor neuartigen Werbemöglichkeiten zurück und nutzen nicht alles, was ihnen zur freien Verfügung steht. Sicher man kann mit Guerillamarketing-Aktionen ins offene Messer laufen, hohe Geldstrafen und Imageschäden kassieren, aber man kann durchaus auch mehr gewinnen als verlieren. Und wer gar nicht erst versucht, der hat schon verloren.

2. Risiken abschätzen.

Nur weil man mutig sein und auch mal utopisch denken soll heißt das nicht, dass man alle Risiken ausser acht lassen darf. Hier am besten eine professionelle Marketingfirma beauftragen, welche die Risiken und den Output gut in Relation setzen können und eine Aktion so auf jeden Fall gewinnbringend wird.

3. Werben an der Zielgruppe

Gehen Sie für Ihre Kampagne dorthin, wo sich Ihre Zielgruppe aufhält. Guerillamarketing ist flexibel.

4. Flexibel und schnell reagieren können

Ist eine Aktion noch so gut geplant, schief gehen kann schnell etwas. Reagieren die Leute nicht so wie erwartet? Hat uns das Ordnungsamt entdeckt? Das alles kann passieren. Wichtig ist es hier flexibel zu bleiben und schnell Maßnahmen ergreifen zu können die Situation zu retten. Besonders bei Nacht und Nebelaktionen gilt es auf alles vorbereitet zu sein und jederzeit eine befugte Person dabei zu haben, welche im Notfall entscheiden kann.

5. Dran bleiben!

Die meisten Unternehmen fangen nach einer erfolgreichem Guerillamarketing  an wieder in alte Muster zu verfallen.  Auch nach einer erfolgreichen Aktion kann damit immer noch gut Werbung gemacht werden. Machen sie krasses, und sprechen Sie darüber! Pressemeldungen, Mails, Postings auf Facebook. Die zweite Öffentlichkeit muss von Ihrer Aktion erfahren. Deshalb dokumentieren Alles!

Guerillamarketing soll überraschen, polarisieren und erstaunen. Haben Sie das geschafft, haben Sie mit wenig finanziellem Input einen Output erschaffen, welchen Sie so mit „klassischen Methoden“ nicht erreichen würden.