Das Fernsehen – ein Medium, das wir seit über 80 Jahren kennen und lieben. Was haben uns die Bewegtbilder in unserem Flimmerkasten nicht schon alles gezeigt. Von der Informationsbeschaffung, über gemeinsame Familienabende, bis hin zum stundenlangen Binge Watching, hielt das TV für den Zuschauer einiges bereit. Doch mit der Installation des World Wide Web kamen auch die Social Media Plattformen.

Die Geburtsstunde des Livestreams

Im Zuge dessen, wurde nach neuen Möglichkeiten gesucht, um dem Konsumenten mehr Aktualität und Authentizität zu vermitteln. Mit der Methode des Livestreamings, sollten nun genau diese Punkte erfüllt werden. Fußballspiele über das Handy mitverfolgen, Nachrichten direkt über den Liveticker abrufen– all diese Dinge, sind nun kein Problem mehr. In unserer vernetzten Welt sind wir mittlerweile ständig online. Im Sekundentakt werden Bewegtbilder gestreut, Informationen verbreitet und Nachrichten ausgetauscht. Wir wollen nicht mehr darauf warten, dass uns die Tagesschau um eine bestimmte Uhrzeit einen Überblick zum Tagesgeschehen gibt. Wozu auch, wenn wir doch die Infos direkt über das Smartphone erhalten können. Kurz gesagt: Warum sollte man überhaupt noch den Fernseher einschalten?

Wird das Fernsehen bald nicht mehr exisitieren?

Die Generation „Social Media“ ist mit den multimedialen Gepflogenheiten bestens vertraut. Die Informationsbeschaffung über Smartphone und Tablet nimmt täglich zu. Als Zuschauer kann man mittlerweile selbst entscheiden, welchen individuellen Live-Content man konsumieren und verwerten möchte. Ein entscheidender Vorteil, dem sich das TV anpassen muss, um nicht unterzugehen. Dass das Livestreaming trotz allem in Zukunft zu einem immer festeren Bestandteil der Bewegtbild-Verbreitung wird, steht selbstverständlich außer Frage. Das der permanente Online-Zustand natürlich auch für den Werbemarkt einen Gewinn darstellt, zeigen Facebook und Friends täglich. In Echtzeit können Nutzerdaten verarbeitet, verschickt, verkauft werden. Live as a business!

Facebook weiterhin auf dem Vormarsch

Erst in diesem Jahr, kam der mediale Trend auch über Facebook nach Deutschland. Mit „Facebook-Live“ sollten nun auch Live-Inhalte über die Social Media Plattform an Freunde übermittelt werden. Als zusätzliches Feature, kann man die Beitrage zudem auch noch live kommentieren. Somit entsteht anhand des Beitrags erneut ein unmittelbarer Austausch verschiedenster Parteien. Beim Hochladen des Videos, kann es allerdings zu einer Verzögerung von wenigen Sekunden kommen. Ähnliche Funktionen gibt es bereits bei Snapchat, Twitter und YouTube. Vor wenigen Tagen wurde zudem von Facebooks Tochterfirma Instagram angekündigt, dass sie ebenfalls an der Einbindung von Live-Videos arbeiten.

Exkurs: Streaming vs. TV

Bis vor wenigen Jahren war es noch Gang und Gebe, dass man Serien und Filme über den Fernseher geschaut hat. Mitbestimmen, wann und wo man das Format genießen wollte, konnte man nicht. Mit Netflix, Amazon Prime und Sky wurde der Fernsehkonsum in die Onlinewelt verlagert. Als Zuschauer kann man nun selbst entscheiden, was man wann und wo sehen möchte. Nach intensiver Nutzung, lässt sich auf Streaming-Anbieter mittlerweile schwerer verzichten, als auf das Fernsehprogramm. Was ich da bekomme, bekomme ich auch wonanders, so die Devise.

Fazit

In unserer vernetzten und nach Informationen gierenden Gesellschaft, ist Aktualität das A und O. Neuigkeiten müssen schnell und präzise an Ort und Stelle abgerufen werden. Mit mobilen Endgeräten wie Smartphone und Tablet ist dies so einfach, wie noch nie. Das Fernsehen hat dadurch seine Bedeutung als klassisches Leitmedium schon längst verloren. Werden wir es jedoch endgültig verlieren? Die Beantwortung dieser Frage ist aktuell noch nicht eindeutig abzusehen. Genauso könnte man sich fragen, ob das Radio gegen Konkurrenten wie Spotify und Co. weiterhin bestehen kann oder ob wir auch diesen Zweig verlieren werden. Gleiches gilt für die Tageszeitung. Was wir jedoch momentan schon mit Sicherheit wissen, ist, dass der mediale Trend ganz klar in Richtung Live-Content und die notwendige Online-Präsenz verläuft. Leider verfallen wir dabei in eine immer größer werdende Abhängigkeit einzelner Anbieter und Konzerne. Eine Abhängigkeit, welche die „Big Player“ nur zur Genüge erkannt haben und auch intensiviert zu nutzen wissen.