Facebook ist aus den Köpfen der Menschen nicht mehr wegzudenken, soviel ist Fakt. Freundschaften pflegen, Kochinspirationen einholen oder Geld verdienen – auf Facebook gibt es nichts was es in der Onlinewelt nicht gibt.

Auch Nachrichten werden mehr und mehr über Facebook bezogen. User „liken“ Newsportale und bekommen geteilte Links in ihrer Timeline angezeigt. Das Problem: Die Artikel werden auf Facebook lediglich verlinkt. Der eigentliche Content liegt auf einer externen Website, weshalb man immer, wenn man den Artikel ganz lesen will, diese aufrufen muss. Das kostet Zeit. Zeit, die die User nicht aufbringen wollen. Aber kann man es schaffen, dass sich Ladezeiten verkürzen und Content trotzdem so angezeigt wird wie üblich?

Facebooks Lösung: Instant Articles

Eine wesentliche Neuerung seit April diesen Jahres ist die neue Funktion „Instant Articles“, welche sich vor allem bei den Nutzern an großer Beliebtheit erfreut. Anstatt einen Artikel nur auf Facebook zu verlinken, wird dieser einfach vollständig auf Facebook veröffentlicht. Er wird quasi direkt auf Facebook eingebunden, sodass Nutzer diesen direkt in Ihrer Timeline auf dem Smartphone öffnen können, was laut Facebook bis zu 10 mal schneller ist, als auf eine externe Seite verlinkt zu werden. Die Folgen: Mehr Leute lesen sich Artikel durch und teilen diese, sprich, eine größere Reichweite wird generiert.

Der Look ist entscheidend 

Instant Articles kann man sich wie ein eigenes System oder Plug-In vorstellen, für das Informationen extra aufbereitet werden müssen. Man bindet alle Informationen, Bilder etc. direkt auf Facebook ein. Dort wird der Artikel dann auch gehostet. Somit verlässt der Nutzer zu keinem Zeitpunkt Facebook. Aber was ist dann der Unterschied zu einem ganz normalen Facebookposting, das ich ja auch mit Bildern und Videos versehen kann? Nun, der Look ist entscheidend. Ich kann meinen Artikeln eigene Styles geben sowie Vorlagen und Designs generieren, in die ich meinen Content nur noch einsetzen muss. Die Artikel können multimedial in Szene gesetzt werden, wobei Bild, Ton und Schrift ineinander übergehen und eine Einheit, eben einen Artikel bilden. Der User merkt beim Lesen somit kaum, dass er noch auf Facebook ist. Wie das aussehen kann, sehen Sie in einem offiziellen Video von Facebook:

Kein Traffic auf der Seite – keine Werbeeinnahmen?

Entscheidet man sich als Newsportal oder anderweitige Website, Instant Articles zu verwenden, so muss einem eines bewusst sein: Der Traffic auf der eigenen Seite wird schrumpfen, was zur Folge hat, dass man gegebenenfalls weniger Werbeeinnahmen hat. Facebook hat hierauf aber ein verlockendes Angebot. Entweder man schaltet rund um und in Instant Articles eigene Werbung oder man überlässt die Vermarktung der Artikel Facebook, welche im Gegenzug 30% der Werbeeinnahmen für sich behalten. Auch wenn der Trafficverlust auf der eigenen Seite sicherlich weh tut: Ob daraus auch ein finanzieller Schaden für Newsportale entstehen wird, muss erst die Zukunft zeigen. Bisher scheint es aber so, als wäre das Angebot von Facebook ein fairer Deal.

Wie kann man einen Instant Article erstellen?

Leider ist das gar nicht so einfach wie man dies sonst von Facebook gewohnt ist. Es gibt zwar viele Plug-Ins, beispielsweise für WordPress, welche den Content direkt für die Nutzung in Instant Articles umformen. Allerdings ist dies bei der Anmeldung und erstmaligen Erstellung nicht sehr hilfreich. Es müssen Styles, Designs und Vorlagen entwickelt werden. Außerdem muss man seine Website via Rss-Feed oder Publishing API mit Facebook verknüpfen. An dieser Stelle verzweifeln viele Seitenbetreiber und schieben die Articles erst einmal auf die lange Bank, denn oft muss dazu der Webmaster oder ein Webentwickler hinzugezogen werden. War die Einrichtung und Freischaltung seitens Facebook erfolgreich, so ist die Erstellung von weiteren Instant Articles dank Plug-Ins für WordPress und anderen Content-Management-Systeme im Handumdrehen erledigt. Das geht sogar so weit, dass jeder Artikel einfach automatisch als Instant Article auf Facebook veröffentlich werden kann und somit zusätzlich Zeit eingespart wird.

Wird Facebook zum Internet im Internet?

Eines ist natürlich klar: Facebook bietet Instant Articles nicht ohne Hintergedanken an. Mit diesem Schritt bindet Facebook Betreiber von Webplattformen und Newsportalen an sich und wird für den User somit selbst zum Newsportal, welches alle Inhalte auf einer Plattform vereint anbietet. Facebook wird mehr und mehr das Internet im Internet, man bekommt sämtlichen Content auf Facebook, ohne noch auf andere Seiten gehen zu müssen. Auch wird Facebook ein immer größerer Gatekeeper, da sich immer mehr Unternehmen von Facebook anhängig machen und auf das Netzwerk angewiesen sind, wenn es um die Verbreitung ihres Content geht. Was den User am Schluss wirklich erreicht, hat Facebook dank hauseigenen Algorhytmen selbst in der Hand. Die neue Funktion Instant Articles bietet eine gute Möglichkeit Content schnell und effektiv zu verbreiten. Dass das auch einige Nachteile mit sich bringt, muss der Anwender akzeptieren, oder die Finger davon lassen und abwarten, wie sich die Funktion weiter entwickelt.

 

Sie interessieren sich für die Nutzung von Instant Articles für Ihr Unternehmen? Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne und setzten Ihre Wünsche um.