Blickt man auf die Straße, sieht man neuerdings vermehrt eines: Einzelpersonen oder Gruppen, die wie gebannt auf ihr Smartphone starren und teils orientierungslos durch die Weltgeschichte irren. „Pokemon Go“ ist ein Phänomen, das seinesgleichen sucht.

Dem kalifornischen Entwicklerstudio Niantic Inc. ist es dahingend gelungen, mittels eines einfachen Spiele-Konzeptes, Millionen Gamer weltweit an sich zu binden. Der User bewegt sich dabei auf einer virtuellen Karte quer durch seine Stadt und muss im weiteren Verlauf auftauchende Pokemon fangen. So simpel, wie genial. Hinzu kommt noch, dass sowohl die Installation des Spiels, als auch die Durchführung als solche für den Nutzer umsonst ist. Dem Spieler sei es an diesem Punkt freigestellt, ob er innerhalb des Ingame-Shops in virtuelle Items investiert. „Pokemon Go“ lässt sich jedoch auch problemlos ohne diese Funktion genießen.

Vermarktung und Gewinnerzielung

Also wie soll es Niantic dann möglich sein, auf Dauer Erlöse zu generieren und aus ihrer Idee Profit zu schlagen? Datenhandel ist das Stichwort. Die Informationen und Daten der Nutzer können jederzeit optional an Dritte weitergegeben werden. Laut Niantic dienen diese gesammelten Angaben „zu Forschungs- und Analysezwecken, demografischen Erhebungen und Ähnlichem“. Dass zukünftig weiterhin die Kommerzialisierung des Spiels im Vordergrund steht, dürfte allen Beteiligten natürlich bewusst sein. Neuerdings plant das Entwicklerstudio auch, durch Werbeeinnahmen gewinnbringend zu agieren. Um potentielle Kunden anzulocken, können Unternehmen dafür bezahlen, dass in ihren Geschäften sogenannte Pokestops errichtet werden. Das Prinzip wendete Niantic bereits bei dem ebenfalls von ihm entwickelten AR-Spiel „Ingress“ an. An diesen Sammelpunkten bekommt der Spieler die Gelegenheit, Items zu erhalten oder seltene Pokemon zu fangen.

Neue Features für angehende „Pokemon-Trainer“

Niantic hat bereits angekündigt, dass es neben den bereits vorhandenen Features in Zukunft noch mehr Möglichkeiten geben soll, wie der User mit dem Spiels interagieren kann. Mittels einer Tauschfunktion kann man demnächst auch mit gefangenen Pokemon und Items handeln. Für all diejenigen, die ihre Ressourcen nicht regelmäßig aufstocken können oder den Drang nach einem speziellen und seltenen Pokemon verspüren, kommt dieses Update wie gerufen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass künftig auch Trainerkämpfe stattfinden könnten. Wer also schon immer einmal gegen einen seiner Freunde im Duell antreten wollte, könnte das bei „Pokemon Go“ endlich nachholen.

Allen Kritikern und Hatern zum Trotz, breitet sich die Welle der Gaming-Communitiy jedoch immer weiter aus und erreicht aufgrund seiner Interaktivität, Menschen aller Altersklassen. Dass dabei der Hype um das Spiel und die Welt der Pokemon in den nächsten Wochen wieder verfliegt, ist aktuell noch nicht abzusehen. Niantic steckt Gerüchten nach aktuell schon in der Planungsphase für „Harry Potter Go“. Worum es in der Zauberer-Adaption gehen soll, bleibt abzuwarten.