Wenn Sie gerade diesen Artikel lesen, so sitzen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade an einem Computer, einem Tablet oder einem Smartphone. Warum ich das weiß liegt auf der Hand. Dieser Artikel ist via Internet publiziert worden und somit nur über dieses abrufbar. Über jenes Internet, welches mit unserem Rechner und unseren mobilen Endgeräten verknüpft ist.

Aber sind das Internet und generell Medien nicht überall um uns herum, ist das gut oder schlecht und spielt das überhaupt ein Rolle?

Unsere Abhängigkeit vom Internet. Ein simples Beispiel…

Der Medienpädagoge Lambert Zumbrägel verwendet in seinen Vorträgen sehr häufig die Frage: “Wenn eine Universität entscheiden müsste ob die Bibliothek oder das Rechenzentrum abgerissen wird, was glaubt ihr würde Platt gemacht werden?“ Ist die Frage auch noch so abwegig, ist die Antwort hingegen sehr leicht.

Die Bibliothek wäre weg, Bücher kann man digitalisieren. Ohne ein Rechenzentrum, eine Leitung nach draußen, ohne Internet würde das ganze System zusammenbrechen, und eine Bibliothek könnte in der heutigen Zeit nicht mal mehr Bücher verleihen.

…und mehr davon 

Ohne Internet könnten wir auch nicht mehr den Service nutzen per Karte im Supermarkt zu zahlen. Datenübermittlung in Sekundenschnelle, nur möglich dank des Internets.

Haben sie einen Thermomix® zu Hause? Ja genau der, der sich via WLAN die neusten Rezepte runterlädt, wenn Sie wollen sogar selbstständig.

Serien schauen, E-Mails schreiben, Shoppen, Essen gehen, Essen bestellen, den Weg finden, Textnachrichten schreiben, schon vor dem Ereignis die Eilmeldung von Spiegelonline auf dem Handy haben, alles nur dank des Internets

Und wann haben Sie das letzte mal einen Flug gebucht, oder ein Zugticket? Sind sie da extra noch ins Reisebüro gegangen?

Ganze Sicherheitssysteme funktionieren via Internet. Behörden, Regierungen, Militär alle verlassen sich darauf, dass das Internet funktioniert.

Die Folgen

Es gibt drei Dinge die man fest sagen kann:

  1. So gut wie jeder Mensch nutzt das Internet, die Mehrheit davon täglich
  2. Wir kommen schwer drum rum
  3. Immer mehr Content bzw. Medien wird/werden ausschließlich über das Internet verbreitet

Eigentlich ist jedem bewusst, dass das Internet uns alle, zumindest in der westlichen Welt, prägt und permanent um uns ist. Aber es gibt Leute, die das nicht akzeptieren wollen bzw. als negativ betrachten. Das Internet, der böse Feind, der unsere Kinder kaputt macht.

Falsch. Wir müssen anfangen die modernen Medien als etwas Positives zu sehen oder zumindest etwas Positives daraus machen. Bringen wir doch unseren Kindern bei wie toll diese Medienwelt mit ihren nahezu unbegrenzten Möglichkeiten ist. Betreiben wir Medienerziehung anstatt Internet und Co. möglichst weit von unseren Schützlingen fernzuhalten. Fangen wir an unsere Kinder zu den Menschen zu machen, die vielleicht mal besser mit dem ganzen Thema umgehen können als wir das gerade machen.

An Schulen in vielen Bundesländern sind Handys verboten. Wäre dies nicht der Fall, könnte man Smartphones in den Unterricht einbauen. Damit arbeiten, und das produktiv und nicht nur konsumierend. Schon würde aus dem reinen Daddelspielzeug Handy ein Gerät, mit dem ich Dinge erschaffen kann, arbeiten kann, mich ausleben kann, meine Zukunft gestalten kann und mich später vielleicht mal in dieser Medienwelt zurechtfinde.

Das Zeitalter der digitalen Welt ist da. Wir können nicht darüber diskutieren, ob das jetzt gut ist oder schlecht. Wir können nur versuchen das beste draus zu machen und die Menschen darauf vorzubereiten, die „nur noch“ im digitalen Netz arbeiten werden.

 

Begriffsdefinition „Medien“

Sammelbegriff für alle audiovisuellen Mittel und Verfahren zur Verbreitung von Informationen, Bildern, Nachrichten etc. Zu den Massenmedien zählen insbesondere die Presse (Zeitungen, Zeitschriften), der Rundfunk (Hörfunk, Fernsehen) und in zunehmendem Maße auch das Internet.
Schubert, Klein 2006