Wir schreiben das Jahr 2013. Der mittlerweile weltbekannte Whistleblower Edward Snowden gibt von einer Hotelsuite in Hong Kong ein erschreckendes Statement zu einer bereits bestehenden Vermutung ab. Die Welt steht unter der absoluten Überwachungshoheit der amerikanischen NSA. Dabei werden Daten gesammelt, ausgewertet und interpretiert. Kurz gesagt, jeder von uns kann ins Fadenkreuz der Spionagesoftware geraten. Seitdem sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Und trotz dieser prekären Enthüllung hat sich an dem Verhalten der Länder und einzelner Konzerne wie Facebook und Co. nichts geändert. Doch wie können wir unsere Daten schützen? Wir haben uns für euch einen kleinen Überblick zum Thema Datenklau verschafft.

Was machen Internetfirmen mit unseren Daten?

Viele Angebote sind im Netz kostenlos. Wir müssen lediglich einige persönliche Daten angeben und schon können wir die Anwendungen nach Belieben nutzen. Das gewisse Internetfirmen diese Informationen nutzen und zu Geld machen, ist für uns ein stellenweise notwendiges Übel. Google and Friends verkaufen unsere Daten an Drittanbieter, in den meisten Fällen Werbetreibende, die dadurch ihre Werbung optimieren und auf den Nutzer abstimmen können. Ob wir das wollen oder nicht, ist in vielen Fällen eher zweitrangig. Würden wir uns die AGB´s der jeweiligen Plattformen mal genauer anschauen, würden wir feststellen, dass genau diese Weitergabe der Daten in deren Satzungen festgehalten wurden. So gesehen, machen sie nichts Illegales. Mithilfe von Tracking-Programmen und sogenannten Cookies, können Anbieter unseren Webverlauf nachvollziehen und gewisse Vorlieben und Interessen einzelner Personen archivieren.

Erst vor kurzem, sorgte eine Kooperation zwischen Facebook und Whatsapp für Furore in der Community. Künftig wird Whatsapp seine gesammelten Daten an Facebook überstellen. Besorgte User hatten bis zum 25.09.2016 Zeit, dieser Weitergabe zu widersprechen. Was im Endeffekt nur einen geringen Erfolg nach sich zog, da die Telefonnummern trotz allem an Facebook übertragen werden. Das weitere Verfahren liegt momentan in den Händen des Verbraucherschutzes.

Wie kann ich mich vor Eingriffen in meine Privatsphäre schützen?

Beim Surfen durch das Netz ist es immer ratsam, gewissenhaft zu entscheiden, was man im Internet tut. Informationen, die einmal im World Wide Web kursieren, wird man nicht mehr los. Um den „Big Playern“ die Datenbeschaffung zu erschweren, ist es ratsam unterschiedliche Browser zu verwenden. Jeder Browser hat andere Sicherheitsrichtlinien und nutzt verschiedene Netzwerke, welche die Nachverfolgung und das Erstellen eines Identitätsprofils erschweren.

Neben der Nutzung von VPN-Verbindungen und Tracking-Blockern ist es in vielen Fällen auch ratsam, sich Fake-ID´s zuzulegen. E-Mail-Adressen mit einem falschen Namen oder anderen unechten persönlichen Daten machen die Verfolgung und Nachvollziehbarkeit der eigenen Identität zunehmend komplizierter. Oft ist den Tracking-Programmen nicht klar, ob es sich dabei um eine oder mehrere Personen handelt. Solange man sich dahingehend nicht als eine andere bereits existierende Person ausgibt, bewegt man sich mit diesem Schritt nicht im Rahmen der Illegalität.

„Big Brother“ auch bei E-Mails?

Zum zusätzlichen Schutz sollte man seine E-Mails regelmäßig verschlüsseln. Für den Anfang wären dabei Programme wie PGP oder GnuPG als Grundlage geeignet. Diese Software verschlüsselt sowohl erhaltene, als auch gesendete Mails und macht es externen Nutzern schwer, diese zu lesen. Dabei wird asymmetrisch vorgegangen, das heißt, dass eine Verschlüsselung immer aus einem Paar besteht. Während der Sender seine Nachricht verschlüsselt, besitzt der Empfänger das notwendige Gegenstück, um die Botschaft zu lesen. So simpel, wie genial.

Für den Umgang mit E-Mails und Anmeldungen, sind immer bestimmte Passwörter von Nöten, die im Regelfall recht einfach von Außenstehenden geknackt werden können. Auf die Verwendung von Geburtsdaten oder den Namen des Familienhundes sollte man dabei weitestgehend verzichten. Je komplizierter das Passwort, desto besser. Für eine optimale Sicherheit empfiehlt sich eine Kombination aus verschiedenen Zahlen, Buchstaben und Zeichen, die in keinem direkten Zusammenhang zueinander stehen. Dabei bietet sich auch ein regelmäßiger Passwortwechsel an.       Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte oder das nötige Kleingeld zur Verfügung hat, kann sich zur Authentifizierung einen Fingerprint-Reader zulegen. Dieses Gerät gleicht vor dem Login die Fingerabdrücke des Nutzers mit den gespeicherten Daten ab. Kann man machen, ist aber nicht zwingend notwendig.

Was letztendlich bleibt…

…ist die Gewissheit, dass man seine Daten niemals vollständig schützen kann. Wer unbedingt an gewisse Informationen gelangen möchte, wird dieses Ziel über kurz oder lang auch erreichen. Der Fall Snowden hat bewiesen, mit welcher Leichtigkeit geübte Hände am Werk sein können. Was wir allerdings tun können, ist es fremden Zugriffen so gut es geht entgegenzuwirken und es Hackern, Konzernen und Regierungen so schwer wie möglich zu machen.                                                                                                                                                                         Dabei müssen wir uns letztendlich aber auch im Klaren sein, dass wir größtenteils für unser Handeln im Netz die komplette Eigenverantwortung tragen.